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Luther - zum Nachdenken

Der Schächer hat unwissentlich gesündigt und nicht gegen Gottes Barmherzigkeit noch auch durch Verachtung seines Worts. Denn er hat das Wort ...

WA TR 3, 281 Nr. 3355

Publikationen

Der Weg in die Gemeinsamkeit

Die Luther-Akademie Sondershausen-Ratzeburg

Ratzeburg
Ratzeburg

Als am 8. Oktober 2003 die erste Mitgliederversammlung des Vereins Luther-Akademie Sondershausen-Ratzeburg e. V. stattfand, kam damit ein mehrjähriger Prozess der Zusammenführung der beiden bis dahin selbständigen Luther-Akademien Sondershausen und Ratzeburg zum Abschluss.

Im Jahr zuvor hatten beide Vereine auf der Grundlage eines Satzungsentwurfs die Zusammenführung beschlossen. Dafür wurde die Rechtsfigur der Verschmelzung zur Aufnahme nach dem Umwandlungsgesetz zur Anwendung gebracht:

Keiner der beiden Vereine musste sich auflösen und es entstand auch kein neuer Verein; vielmehr wurde der Verein Luther-Akademie Sondershausen e. V. durch Vertrag auf den Verein Luther-Akademie e. V. Ratzeburg aufgeschmolzen, so dass die Mitglieder des Sondershäuser Vereins in ihrer Gesamtheit Mitglieder des Ratzeburger Vereins wurden; dieser änderte seinen Namen in „Luther-Akademie Sondershausen-Ratzeburg e. V.“.

Sondershausen
Sondershausen

Beide Einrichtungen blicken auf eine lange Geschichte zurück: 1932 wurde durch Carl Stange, Prof. für Systematische Theologie in Göttingen, die Luther-Akademie Sondershausen ins Leben gerufen; sie war in der apologetischen Arbeit der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts verwurzelt.

Die Luther-Akademie Ratzeburg wurde 1975 in Fortführung der deutsch-skandinavischen Theologentagungen, die mit der „Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis“ verbunden waren, vom damaligen Landessuperintendenten für Lauenburg (mit Sitz in Ratzeburg) und späteren Landesbischof der Ev.-Luth. Landeskirche Schaumburg-Lippe, Prof. Joachim Heubach, gegründet.

Die Zusammenführung beider Einrichtungen wurde dadurch erleichtert, dass sie bei aller Verschiedenheit im einzelnen durchaus vergleichbar waren in den Zielen und der Ausrichtung der Arbeit:

  • Teilnahme an der Erforschung der lutherischen Reformation sowie deren Vergegenwärtigung in der Verkündigung und in der Diskussion kirchlicher und gesellschaftlicher Themen,
  • Pflege einer gemeinschaftlichen Spiritualität in Aufnahme der lutherischen gottesdienstlichen Tradition,
  • Verbindung zu Amtsträgern und Gelehrten nordischer Kirchen und Fakultäten und die Verpflichtung auf die Ökumene.

Im Unterschied zu Ratzeburg suchte Sondershausen stärker das interdisziplinäre Gespräch, während Ratzeburg durch seine Frühjahrstagungen für Studierende, Vikarinnen und Vikare sowie Pfarrerinnen und Pfarrer in den ersten Amtsjahren ein eigenes Profil entwickelte.

Ratzeburg
Ratzeburg

Beide Akademien haben sehr früh die Verbindung zueinander gesucht, was in den Jahren der deutsch-deutschen Grenze nicht immer leicht war, aber u. a. durch die grenznahe Lage Ratzeburgs erleichtert wurde.

Als 1989 die Grenze fiel, tauchte sehr schnell auch die Frage der Zusammenführung beider Akademien auf. Das hatte arbeitsökonomische und finanzielle Gründe, vor allem aber setzte sich früh auch die Erkenntnis durch, dass die kirchliche Öffentlichkeit auf die Dauer zwei selbständige Akademien mit eigenem Veranstaltungsprogramm und eigenen finanziellen Erfordernissen kaum würde tragen können und wollen.

Zunächst wurde eine förmliche Kooperation vereinbart, zu der auch eine finanzielle Unterstützung der Sondershäuser Akademie durch einen Solidaritätszuschlag gehörte, den die Mitglieder des Ratzeburger Vereins zusätzlich zu ihrem Mitgliedsbeitrag entrichteten.

Auch gab es im Jahr 2000 unter dem Thema „Schöpfungsglaube – von der Bioethik herausgefordert“ (Veröffentlichungen der Luther-Akademie Ratzeburg, Bd. 32) eine gemeinsame Tagung in Eisenach.

Sondershausen
Sondershausen

Im selben Jahr hatte zuvor schon eine Fachtagung unter dem Titel „Der andere Aufbruch. Die Aktualität der Theologie Luthers“ in Neuendettelsau stattgefunden, auf der Voraussetzungen und Grunddaten für eine gemeinsame Zukunft beider Akademien reflektiert wurden und von der starke Impulse für ihre Verschmelzung ausgingen; erste Konturen einer gemeinsamen Satzung wurden erkennbar.

Diese Tagung ist unter dem Titel „Aufbruch und Orientierung“ dokumentiert in den Veröffentlichungen der Luther-Akademie Ratzeburg, Bd. 31.