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Luther - zum Nachdenken

Ich will aber gern beiderlei Meinung gelten lassen, nur will ich den Gewissen die Angst nehmen, als müsse jemand befürchten, er sei ein Ketzer ...

WA 6, 508

Publikationen

Ich glaube, also denke ich. Glaube und Vernunft bei Luther

Fachtagung der Luther-Akademie Sondershausen-Ratzeburg e.V.
für Studierende der Theologie sowie Vikarinnen und Vikare
vom 8.-12. März 2009 auf der Domhalbinsel Ratzeburg

Bericht von Pastor Dr. Jan Jackisch

Vom 8.-12. März 2009 fand in Ratzeburg die Frühjahrstagung der Luther-Akademie für Studierende der Theologie mit dem Thema „Ich glaube, also denke ich – Glaube und Vernunft bei Luther“ statt.

Durch die Regensburger Rede des Papstes mit ihrer These von der Vernunftfeindlichkeit der reformatorischen Theologie ist der Protestantismus herausgefordert. Ebenso gilt es, die Anregung von Jürgen Habermas zu bedenken, Glauben und Wissen so aufeinander zu beziehen, dass sich die Vernunft nicht vorschnell von "religiösen Ressourcen der Sinnstiftung" abschneidet.

Diesen Anforderungen stellten sich in diesem Jahr unter der Leitung von Prof. Dr. Oswald Bayer, Tübingen, Prof. Dr. Johannes von Lüpke, Wuppertal, sowie von weiteren Mitarbeitenden. Es haben 27 Personen von mehreren deutschen Universitäten und aus den Niederlanden teilgenommen.

Zur Eröffnung hat Dr. Volker Stümke Problemfelder bei der Verhältnisbestimmung von Glaube und Vernunft skizziert. Wie können Glaube und Vernunft in einen Dialog geführt werden? Stehen sich beide unversöhnlich gegenüber oder sind sie gar unaufgebbar aufeinander angewiesen? Welche Kriterien lassen sich gewinnen, um beides – Vernunft und Glauben – voneinander zu unterscheiden und dann spezifisch aufeinander zu beziehen?

Im Zentrum der Arbeitseinheiten standen die Heidelberger Disputatio, die Auslegung des Johannesprologs, Auszüge aus der Galaterbriefvorlesung und aus der Thesenreihe „De homine“. Drs. Jan Klok hat die Tagung durch einen Vortrag über Glaube und Vernunft bei Bonaventura bereichert und Prof. Dr. Oswald Bayer hat in seinem Vortrag „Die Vernunft der Religion“ das Tagungsthema in seiner Grundsätzlichkeit und v.a. auch Tragweite beleuchtet.

Gerahmt wurden die Arbeitseinheiten im Plenum und den Kleingruppen durch die Mette und Complet im Ratzeburger Dom. Am Mittwoch führte eine Exkursion unter der Leitung von Oberkirchenrat Rainer Rausch die Teilnehmenden nach Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Gruppe wurde von Propst Helwig persönlich durch den Dom geführt und hat anschließend einen Abendmahlsgottesdienst dort gefeiert. In der Gertrudenkapelle wurde in die Geschichte weiterer Skulpturen von Ernst Barlach eingeführt, bis es nach einem Essen im Haus der Kirche in das ehemalige Kloster Dobbertin ging.

Dort hat der Kirchenarchivrat am Landeskirchlichen Archiv Schwerin Dr. Johann P. Wurm die lebendige und auch turbulente Einführung der Reformation in das Kloster Dobbertin und Umland geschildert, was durch fachkundige Führungen durch das Kloster und Kaffee und Kuchen abgerundet wurde.

Abends wurde es gesellig. Am Donnerstag wurde in einer Arbeitseinheit auf die Regensburger Rede von Papst Benedikt VI. und Auszüge aus seiner Jesus-Monographie eingegangen, um abschließend die Diskussionsergebnisse zu sammeln.


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