MENÜ
Luther - zum Nachdenken

Da siehest du, wie Gott mit der hohen heiligen Person der Mutter seines Sohns handelt. Obwohl sie aufs höchste von ihm geehrt ist und ihre Freude ...

WA 17/2, 19

Publikationen

Luthers Verständnis der Autorität der Heiligen Schrift

Frühjahrstagung der Luther-Akademie
2.- 6. März 2008

Bericht von Pastor Dr. Jan Jackisch

Vom 2.-6. März 2008 fand in Ratzeburg die Frühjahrstagung der Luther-Akademie für Studierende der Theologie mit dem Thema „Luthers Verständnis der Autorität der Heiligen Schrift“ statt.

Bei der Fachtagung im letzten Jahr zur Frage des freien oder unfreien Willens des Menschen wurde die Thematik des Schriftverständnisses Luthers schon berührt. Wie in jedem Jahr leiteten Prof. em. Dr. Oswald Bayer, Tübingen, Prof. Dr. Athina Lexutt, Gießen, Prof. Dr. Johannes von Lüpke, Wuppertal, sowie weitere Mitarbeitende die Tagung.

Insgesamt konnten wir 37 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von mehreren deutschen Universitäten sowie aus den Niederlanden, Dänemark, den USA und Lettland begrüßen. Gerade der internationale Kontext hat die fachlichen Diskussionen erheblich bereichert.

Zur Eröffnung wurde der Fragehorizont umrissen, der die Arbeitseinheiten und Diskussionen bestimmte: Wie steht es mit der Einheit und der Vielfalt innerhalb der Schrift? Welche Kriterien können helfen, hier eine Orientierung zu finden? Wie steht es um die Kriterien der Kanonizität und Heiligkeit biblischer Texte? In welchem Verhältnis stehen die Sprache und das Verstehen – eine entscheidende Dimension besonders hinsichtlich der lutherischen Übersetzung, aber auch gegenwärtiger Übersetzungen und Übertragungen?

Besonders diese letzte Frage hat Bischof i.R. Horst Hirschler in einem beeindruckenden öffentlichen Vortrag in der St. Petri-Kirche Ratzeburg erörtert. Es sind besonders auch Wechselverhältnisse des Gottes- und Schriftverständnisses angeklungen: Die „dunklen“ Partien der Heiligen Schrift, deren Sinn sich kaum und auch gar nicht erschließt, verhalten sich zu der Fähigkeit, in den christlichen Glauben auch die dunklen Seiten Gottes zu integrieren.

Gerahmt wurden die Arbeitseinheiten im Plenum und den Kleingruppen durch Morgengebet und die Complet im Ratzeburger Dom. Am Mittwoch führte eine Exkursion die Teilnehmenden nach Bad Doberan und Rerik in Mecklenburg-Vorpommern. Dort wurden sowohl u.a. das Bad Doberaner Münster besichtigt als auch die kirchliche Arbeit vor Ort kennen gelernt.

Ein Abendmahlsgottesdienst im Ratzeburger Dom beschloss die Fachtagung.


Download: Bericht als PDF-Dokument