MENÜ
Luther - zum Nachdenken

Darum lerne hier aus dem Evangelium; wie es zugeht, wenn Gott anfängt uns fromm zu machen, und welches der Anfang sei fromm zu werden ...

WA 10/1 2, 29

Publikationen

Luther - zum Mitreden und Nachdenken (WA 6)


Wenn der Mensch zu Gott kommen und etwas von ihm empfangen soll, dann muß es so zugehen, nicht daß der Mensch anfange und den ersten Stein lege, sondern Gott allein muß ohn alles Suchen und Begehren des Menschen zuvorkommen und ihm eine Zusage tun. Und dies Wort Gottes erst ist der Grund und Fels, auf dem sich hernach alle Werke Worte und Gedanken des Menschen bauen. Dies Wort muß der Mensch dankbar aufnehmen und der göttlichen Zusage treulich glauben und ja nicht daran zweifeln, daß es so geschieht, wie Gott zusagt. Diese Treue und dieser Glaube ist Anfang Mitte und Ende aller Werke und aller Gerechtigkeit.
zum Seitenanfang

WA 6, 355 ff.


Denn weil wir armen Menschen in den funf Sinnen leben, so müssen wir je wenigstens ein äußerliches Zeichen neben den Worten haben, an das wir uns halten und bei dem wir zusammenkommen können. Doch muß das Zeichen ein Sakrament sein d.h. es muß äußerlich sein und dich geistliche Dinge haben und bedeuten, damit wir durch das Äußerliche ins Geistliche gezogen werden, das Äußerliche mit den Augen des Leibes und das Geistliche, Innerliche mit den Augen des Herzens ergreifen.
zum Seitenanfang

WA 6, 359


So sehen wir: das beste und größte Stück aller Sakramente und der Messe sind die Worte und Gelübde Gottes. Ohne diese sind die Sakramente tot und nichts, gleich wie ein Leib ohne Seele, ein Faß ohne Wein, eine Tasche ohne Geld, eine Figur ohne Erfüllung, ein Buchstabe ohne Geist, eine Scheide ohne Messer und dgl. Darum ist wahr: Wenn wir die Messe halten hören und sehen ohne Worte und Testamente und nur allein auf das Sakrament und Zeichen warten, so wird die Messe nicht zur Hälfte gehalten. Denn Sakrament ohne Testament halten heißt das Futter ohne das Kleinod behalten und gar ungleich geteilt und halbiert.
zum Seitenanfang

WA 6, 363


Ich will aber gern beiderlei Meinung gelten lassen, nur will ich den Gewissen die Angst nehmen, als müsse jemand befürchten, er sei ein Ketzer, wenn er glaubt, daß auf dem Altar wahres Brot und wahrer Wein ist. Vielmehr soll jedermann wissen, daß es ihm ohne Gefahr der Seligkeit frei steht, beides zu meinen zu denken und zu glauben, weil hier keine Glaubensnotwendigkeit vorliegt.
zum Seitenanfang

WA 6, 508


Hieraus siehst du, wie reich ein Christenmensch oder ein Getaufter ist. Auch wenn er will, kann er mit noch so vielen Sünden seine Seligkeit nicht verlieren, außer er will nicht glauben.
zum Seitenanfang

WA 6, 529


Das allerdings kommt vor, daß viele gedankenlos aus dem Schiff ins Meer springen und untergehen, Das sind die, die den Glauben an die Verheißung fahren lassen und sich in die Sünde stürzen. Das Schiff selber aber bleibt unversehrt und fährt seinen Kurs weiter, und wer durch Gnade zum Schiff zurückkehren kann, den wird keine Planke, sondern das feste Schiff selber zum Leben tragen; so tut, wer durch den Glauben zu der festen und bleibenden Verheißung Gottes zurückkehrt.
zum Seitenanfang

WA 6, 529


Wenn darum der Taufe die Abwaschung von den Sünden zugeschrieben wird, so ist das zwar richtig, aber diese Bedeutung ist zu weich und zu lahm, als daß sie die Taufe recht ausdrückte, welche vielmehr ein Symbol des Todes und der Auferstehung ist. Aus diesem Grunde wollte ich gerne, daß man die Täuflinge ganz untertauchte, wie auch das Wort lautet und das Zeichen es andeutet. Nicht daß ichs für nötig halte, aber es wäre schön, wenn das Zeichen einer vollkommenen und vollen Sache auch selber voll und vollkommen wäre, wie es auch ohne Zweifel von Christus eingesetzt ist.
zum Seitenanfang

WA 6, 529 ff.


Du mußt mit dem Glauben an die Sakramente anfangen ohne alle Werke, wenn du selig werden willst. Dem Glauben werden die Werke schon folgen, werin du nur den Glauben nicht leicht nimmst. Er ist das herrlichste und schwerste aller Werke. Durch ihn allein wirst du selig, auch wenn du alle andern entbehren müßtest. Denn er ist ein Werk Gottes, kein Menschenwerk, wie Paulus sagt (Eph.2, 8). Die andern Werke tut Gott mit uns und durch uns, dies allein aber tut er in uns und ohne uns.
zum Seitenanfang

WA 6, 530