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Luther - zum Nachdenken

Hier kommt nu das dritte Stück des Sakraments, nämlich der Glaube, an dem alles liegt. Denn es ist nicht genug, daß man weiß, was das Sakrament ist ...

WA 2, 749 ff.

Publikationen

Luther - zum Mitreden und Nachdenken (WA 41)


Darum ists gut, daß man einmal im Jahr die ganze Passion hört, damit die Einfältigen und die jungen Leute sie hören lernen und behalten. Man darf hier nicht viel scherzen. Wenn zwei oder drei Jahre Christus nicht gepredigt würde, so wäre seine Erkenntnis gänzlich aus den Herzen ausgetilgt. Wir sehens ja vor Augen, wie mächtig der Teufel ist. Ich erfahrs auch bei mir selber. Wenn ich zwei Tage lang Christi nicht gedenke, so werd ich matt und träge. Was soll dann erst mit denen werden, die etliche Jahre lang nichts von Christus hören? Darum haltet euch allezeit an die Predigt, denn der Feind, der Teufel, gießt kalt Wasser drein, hindert und zerstört.
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WA 41, 41


Christus unser Herr hat sein Blut für uns vergossen. Das hört man gern. Wenn du aber sprichst: du sollst glauben, daß er das für dich getan habe, und darnach auch diesen Glauben bekennen, nicht geizen, zusammenscharren und Unzucht treiben, dann brennt der ganze Rhein! Nein, sprechen sie, man soll die Leute nicht strafen, wir sind doch alle Christen, Gott hat und von unsern Sünden erlöst! Wenn man ein wenig die Wahrheit sagt und das Unrecht straft, dann murren die Junker in der Stadt alsbald.
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WA 41, 42


Und wiederum wenn traurig Wetter ist und der Glaube schwach ist und schläft, dann kann man aus dem Menschen kein Lachen bringen, sondern sauer ist sein Anblick und kann nichts ertragen. Wenn aber das Herz wahrhaft erleuchtet ist, dann kann's reden, leiden und tun und alles lachenden Mundes.
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WA 41, 356


Wenn nun der Glaube solches tut an Fleisch und Blut, die zur Sünde geneigt sind, und hier, wo noch nicht erschienen ist, was wir sein werden, was wird doch dann geschehen, wenn man sehen wird, was man jetzt glaubt, und wenn offenbar wird, was jetzt verborgen ist! Wenn solche Veränderung an Leib und Herzen geschieht, obschon wir nur hören (von Gott) und obschon es alles noch ohne äußeren Schein und ohn Verdienst zugeht, so wird dort noch größere Gerechtigkeit, Sicherheit und Friede sein und wir werden gänzlich ertrinken in lauter Freude und Wonne ewiglich.
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WA 41, 356


Es ist nicht Demut, wenn einer leugnet, die Gaben zu haben, die Gott ihm gegeben hat. Wenn einer mich daran erinnerte, daß ich Augen hätte, und ich wollt mich demütigen und sagen: ich hab keine Augen noch Hände, sondern zwei Pferdspfoten, was wäre das? Warum sollt ich leugnen, daß ich gelehrter bin als Papisten, wenn mir's Gott gegeben hat? Vielmehr soll man Gott Dank sagen, daß er Augen, Geld, Haus, Hof, Weib, Kind gegeben hat.
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WA 41, 358


Er aber setzet sich gegen uns als ein Knecht, wäscht uns die Füße, gibt uns Brot, dient hernach der ganzen Welt und wird ein Knecht. Er spricht (Joh.13, 13 f.): Ihr nennet mich Meister und ich bin es auch. Da werden die Gaben auch nicht verleugnet. Aber der Herr fährt fort: so nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch untereinander die Füße waschen. Die Gaben, vornehmlich die Gaben des Heiligen Geistes und dergleichen, werden gegeben, nicht daß wir hoffärtig werden, sondern daß wir einander dienen.
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WA 41, 359


Wer sich in Gott freuet, muß eine Ursach haben: man erkennt ihn nicht in seinem Wesenskern, sondern durch sein Wort und Werk. Paulus sagt, er sei uns sehr nahe und wir könnten ihn greifen. Wir sehen, wie er uns erschaffen, uns Leib und Seele, Sonne, Mond, Himmel und Erden und was zur Nahrung gehört, gegeben hat. In diesen Dingen läßt er sich greifen und schauen. Drum zählt auch Maria die Wohltaten und Wundertaten daher, dadurch sie ihn erkannt hat.
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WA 41, 361