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Luther - zum Nachdenken

Je mehr ein Mensch die Sünde in sich selber ansieht, desto schwächer ist ihm Christus; je weniger er sie in sich selber und je mehr er ...

WA 29, 267

Publikationen

Luther - zum Mitreden und Nachdenken (WA 30)


Durch die Taufe werden wir wiedergeboren und in ein neues Wesen versetzt. Aber der alte Adam bleibt auch nach der Taufe noch wütend. Dazu sind noch viele Gefahren vorhanden, die von Fleisch Welt und Teufel drohen. Da wird der neue Mensch müde und es wird ihm schwer, es hinauszuführen. Darum ist ihm dies Sakrament gegeben, daß er sich wieder erhole.
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WA 30/1, 25


Was ist nu das Sakrament des Altars? Antwort: Es ist der wahre Leib und Blut des Herrn Christus in und unter dem Brot und Wein, die durch Christi Wort uns Christen zu essen und zu trinken befohlen sind. Und wie bei der Taufe nicht gewöhnliches Wasser ist, so sagen wir auch hier: das Sakrament ist Brot und Wein, aber nicht gewöhnlich Brot und Wein, wo mans sonst zu Tisch trägt, sondern Brot und Wein in Gottes Wort gefaßt und daran gebunden. Das Wort ist das, was die Sakramente macht und unterscheidet. Darum heißt und ist es nicht nur Brot und Wein, sondern Christi Leib und Blut.
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WA 30/1, 223


Denn Christus spricht nicht: wenn ihr glaubt oder würdig seid, so habt ihr meinen Leib und mein Blut, sondern: nehmet, esset und trinket, das ist mein Leib und Blut. Desgleichen: solches tut d.h. das, was ich jetzt tue, einsetze, euch gebe und nehmen heiße. Das heißt: ob du nu würdig oder unwürdig bist, du hast hier seinen Leib und sein Blut kraft der Worte, die zu dem Brot und Wein kommen. Das merke und behalte gut!
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WA 30/1, 224


Zum andern ist außer dem Gebot noch, wie oben gehört, eine Verheißung, die uns aufs allerstärkste reizen und treiben soll. Denn da stehen die freundlichen lieblichen Worte: »Das ist mein Leib, für euch gegeben; das ist mein Blut, für euch vergossen zur Vergebung der Sünden.« Diese Worte sind wie gesagt nicht Stock und Stein gepredigt, sondern mir und dir. Sonst könnte Christus ebensogut stillschweigen und Sakrament einsetzen. Darum denke daran und bringe dich auch in das ›euch‹, damit er nicht umsonst mit dir rede.
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WA 30/1, 230


Man darf doch das Sakrament nicht ansehen wie ein schändlich Ding, vor dem man weglaufen müßte, sondern als lauter tröstliche Arznei, die dir an Leib und Seele hilft und das Leben gibt. Denn wo die Seele genesen ist, da ist dem Leib auch geholfen. Warum stellen wir uns dann zum Sakrament, als wenn es ein Gift wäre, an dem man den Tod frißt?
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WA 30/1, 230


Sprichst du aber: wenn ich aber solche Not nicht fühlen und Hunger und Durst nach dem Sakrament nicht empfinden kann, was soll ich dann tun? Antwort: denen, die so gesinnt sind, weiß ich keinen bessern Rat, als daß sie doch in ihren Busen greifen sollen, ob sie auch Fleisch und Blut haben. Wenn du solches findest, so siehe doch dir zugut in St. Paulus Epistel an die Galater (5, 19 f.) und höre, was dein Fleisch für ein Früchtlein ist: offenbar sind aber die Werke deines Fleischs, als da sind Ehebruch Hurerei Unreinigkeit Geilheit Abgötterei Zauberei Feindschaft Hader Eifer Zorn Zank Zwietracht Sekten Haß Mord Saufen Fressen und dergleichen. Wenn du es nicht fühlen kannst, so glaube doch der Schrift, die wird dir nicht lügen, denn sie kennt dein Fleisch besser als du selber.
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WA 30/1, 231 f.