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Luther - zum Nachdenken

Aber der Glaube hats nicht von den Werken, sondern die Werke habens vom Glauben. Das sage ich darum, damit man den Werken ihr bescheiden Teil lasse ...

WA 27, 127

Publikationen

Luther - zum Mitreden und Nachdenken (WA 20)


Wo soll ich das lernen, daß man den Tod für einen süßen Schlaf halten kann, der sonst so schrecklich ist? Da war Gesetz, Sünd und Satan aus dem Herzen weg. Von diesen hat er nichts gewußt, drum auch nicht vom Tode. Wo Sünd und böses Gewissen ist, da ist der Tod bitter. Soll der Tod ein Schlaf sein, so muß. reine Gerechtigkeit da sein und also Moses mit seinem Gesetz ganz ferne sein.
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WA 20, 255 f.


»Zum Preis seines Volkes Israel« - er ist den Heiden geschenkt und gegeben, aber zugesagt ist er uns nicht. Verheißen ist er den Juden, Juden haben Christus zuerst aufgenommen und haben ihn hernach gepredigt. Sie sind die Ecksteine, drum heißt Christus ihr Preis. Er ist auch unser Preis, aber dennoch der Juden mehr.
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WA 20, 258


Unschätzbar sind die Gaben der Christen. Ihre Vernunft ist erleuchtet, ihre Weisheit ist göttlich. Die Philosophen haben niemals wissen können, ob ein Teufel etwas ist, sie haben nicht gewußt, was Sünde Tod Gerechtigkeit ist, wie ich von der Sünde erlöst werde und woher die Schöpfung gekommen ist. Das alles aber wissen Christen.
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WA 20, 308


Es ist ein wunderlich Ding, das wir uns merken sollen. Und einer soll sich dem anderen unterwerfen. Christus hätte billig davon können aufgeblasen werden, daß er der Herr aller Engel war. Alle Kreaturen dienen ihm, und dennoch ist er bescheiden. Was tun aber wir elenden Leute? Wenn wir nur ein klein wenig haben, so werden wir stolz. Wenn einer ein wenig mehr in der Schrift weiß, so muß es gleich heraus. Desgleichen ists mit an dem Gaben: wenn der Mensch Gaben hat, so traut er auf sie. Hat er keine, so ist er ängstlich.
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WA 20, 316


Ein jeder Fürst hat sein Wappenzeichen. Eine Stadt hat ihr Wappen, ein Mann hat sein Siegel. Christi Zeichen ist nichts andres als die Liebe. Eines Christenmenschen Zeichen ist die Liebe wie der halbe Rautenkranz das Zeichen des Herzogs von Sachsen. Das hat uns Christus vor seinem Sterben befohlen, darum soll mans zu Herzen nehmen. Wo dies Zeichen nicht ist, da ist kein Jünger Christi.
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WA 20, 316


Also predigt Christus die Predigt, die das mit sich bringt, was Mose geboten hat. Denn das Evangelium spricht: da ist Christus, der alles für dich überwunden hat und es dir schenkt. Dies Wort fordert nicht, sondern schenkt. Das ist eine viel bessere Predigt. Mose spricht: glaube! Christus spricht: hier hast dus!
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WA 20, 337


Denn das Evangelium spricht: »Christus kommt vom Samen Abrahams, ist wahrer Mensch und Gott, gestorben und auferstanden, hat den Tod überwunden und dies alles uns geschenkt. Wer den aufnimmt, hat den Segen. Durch diese Worte geht ein Segen über alle Verfluchten, die es nicht verdienen. Umsonst wird es gepredigt, umsonst wird es gegeben.«
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WA 20, 337


Christi Amt ist hier meisterlich beschrieben. Was ist sein Amt? Daß er segnet. Das ist ein ganz andres Amt als des Teufels Amt, welches Sünde und Tod ist. Segnen heißt Sünde und Tod hinwegnehmen und das Leben geben.
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WA 20, 337


Das sind seine Apostel, die sind die Augen Christi, die über dem Volk wachen, daß keine Rotten kommen. Denn es ist nicht genug, daß man gut predigen kann, man muß auch wehren. Erstlich wäscht er, zum andern weidet er, zum dritten erhält er. Die Zähne, mit denen wir beißen, sind die Prediger. Sie sind die Zähne Christi, aber sie sind weiß, d.h. die evangelischen Prediger beißen auf eine liebliche freundliche Weise.
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WA 20, 340


Darum geht dies Wort allezeit: warum fürchtest du dich, da ich doch Tod und Sünde, durch welche der Tod regiert, überwunden und diesen Sieg dir geschenkt habe? Der Trost und das Geschenk ist vorhanden, aber das Herz ist so klein, daß es ihn nicht fassen kann.
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WA 20, 349


Die Jünger fürchten, die Juden könnten zu dieser oder jener Stunde kommen und ihnen tun, wie sie Christus getan hatten. Das ist geschrieben, damit wir sehen sollen, welche Kraft die Auferstehung Christi hat. Wer also erschrocken ist, der trete zu Christus. Es ist freilich ein so hoch Werk, daß es in ein menschlich Herz nicht eingeht. Darum sind auch die Jünger erschrocken, allein weil sie die Juden fürchteten. Sie erschrecken auch vor Christus, denn das Herz ist so klein und die Gabe der Auferstehung groß, daß das Herz sie nicht fassen kann.
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WA 20, 349


Das siehst du an den Jüngern, die erschrecken, als Christus kommt. Christi Schuld ist das nicht, er macht sie vielmehr fröhlich. Also muß es die Schuld ihres verzweifelten Glaubens sein: sie glaubten nicht, daß er auferstanden sei. Die Regel heißt: wer erschrocken und bestürzt ist, der gebe nicht Gott die Schuld, sondern sich selber, weil er nicht glaubt; je stärker einer glauben kann, daß Christus auferstanden ist, desto sicherer ist er. Hast du noch ein erschrockenes Herz, so ist er in deinem Herzen noch nicht auferstanden und du bist noch einer von den Jüngern, die sich vor dem fürchten, bei dem sie Trost suchen sollen.
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WA 20, 349


Christus war das niemand schuldig, daß er sich hier sehen ließ, viel weniger, daß er mit ihnen aß. Er hat recht natürlich mit ihnen gegessen. Wie er aber verdaut hat, das laß ich fahren, er ist den Jüngern zu Willen gewesen. Zuvor hat er essen müssen. Er wollte Gott nicht versuchen und tat, wie ein Mensch tut. So sollen auch wir tun.
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WA 20, 349


Wenn einer 5 Vaterunser betet und eine Kappe anzieht, das Herz aber dasselbe bleibt, so ist das noch keine Buße. Das Herz muß anders, das Herz muß gut sein. Wenn ein Mensch Buße tun will, so geschiehts nicht dadurch, daß er dies oder jenes tut und damit die Buße auf sich nimmt, sondern indem er in seinem Herzen versteht, daß alles verloren ist und Gott nicht gefällt.
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WA 20, 351


Wenn Vergebung vorhanden ist, dann ist kein Verdienst mehr da. Wir wissen, was Schenkung ist. Wenn der Herr Lohn gibt, dann ists Verdienst; wenn er etwas schenkt, dann ists Gabe. Christus nennt die Vergebung der Sünden selber: die Sünden sind durch mich vergeben.
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WA 20, 352


Desgleichen steht Röm. 10 (V. 17) geschrieben: es kommt der Glaube aus der Predigt. Also soll mans predigen, wie Christus sagt, daß alle Menschen Sünder sind und andern Sinnes werden müssen. Wenn sie das geworden sind, folgt auch das andre, daß sie diese Verheißung Christi empfangen.
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WA 20, 352


So beziehen sich alle Geschichten auf Christus, wenn nicht mit ausdrücklichen Worten, so doch tatsächlich. In allen Bildern und Geheimnissen der Schrift muß man Christus suchen.
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WA 20, 354


Denn Christus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Darum ist einem Christen der Tod der Sprung in die Auferstehung.
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WA 20, 355


Wohl ist's wahr, daß der Heilige Geist nicht alle trifft, wie die Stimme tut, aber doch ist's beschlossen:, wenn du willst Teil haben am Heiligen Geist, so geschieht's nicht anders als durchs Wort. Das Wort ist Tür und Fenster des Heiligen Geists. Die Fenster sind dazu im Hause, daß das Licht hereindringe. Willst du diese Fenster schließen, so gibt Gott den rechten Heiligen Geist nicht. Er will diese Tür gebrauchen, nämlich das geschriebene oder gesprochene Wort. Das soll stärker sein als alles andre, dadurch will er dein Herz erleuchten.
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WA 20, 451