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Luther - zum Nachdenken

Aber in der ersten Geburt sind wir nicht wohl geraten, darum stößt er uns durch den Tod wieder in die Erde und macht uns am jüngsten Tag neu ...

WA 2, 729

Publikationen

Luther - zum Mitreden und Nachdenken (WA 10/1-1)


Das Evangelium ist so klar, daß es nicht vielen Auslegens bedarf, sondern es will nur wohl betrachtet, angesehen und tief zu Herzen genommen sein.
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WA 10/1 1, 62


Siehe, also nimmt Christus unsre Geburt zu sich und versenkt sie in seiner Geburt und schenkt uns die seine, damit wir darin rein und neu werden, als wäre sie unser eigen. Ein jeglicher Christ kann sich dieser Geburt ebensosehr freuen, als wäre auch er gleich wie Christus leiblich von Maria geboren. Wer das nicht glaubt oder zweifelt, der ist kein Christ.
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WA 10/1 1, 72


Siehe, also nimmt Christus zu sich unsere Geburt von uns und versenkt sie in seiner Geburt, und schenkt uns die seine, daß wir darin rein und neu werden, als wäre sie unser eigen; daß ein jeglicher Christ mag sich dieser Geburt Christi nicht weniger freuen und rühmen, denn als wäre er auch, gleichwie Christus, leiblich von Maria geboren. Wer das nicht glaubt, oder zweifelt, der ist kein Christ.
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WA 10/1 1, 72


Wenn nu also Christus dein worden ist und du durch ihn in solchem Glauben rein worden bist und dein Erb und Hauptgut empfangen hast, ohn all dein Verdienst, wie du siehst, sondern aus lauter Liebe Gottes, der seines Sohnes Gut und Werk dir zu eigen gibt, dann folgt das Exempel guter Werk, daß du deinem Nächsten auch tust, wie du siehst, daß Christus dir getan hat. Da lernen sich nu die guten Werk von selbst.
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WA 10/1 1, 73 f.


Evangelium heißt, wie droben im Advent gesagt ist, eine fröhliche Botschaft. Das soll die Predigt im Neuen Testament sein. Wovon lautet denn das Evangelium? Hör zu! Er spricht: »Eine große Freude verkündige ich euch, mein Evangelium sagt von einer großen Freud. Was ist die Freude? Hör weiter! »Euch ist geboren ein Seligmacher, Christus der Herr, zu Bethlehem in der Stadt Davids.« Siehe, da hast du, was das Evangelium sei, nämlich eine fröhliche Predigt von Christus, unserm Seligmacher.
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WA 10/1 1, 79


Weiter spricht er: »Das werdet ihr zum Zeichen haben: ihr werdet das Kind finden eingewickelt, und in eine Krippe gelegt.« Die Tüchlein sind nichts anderes, denn die heilige Schrift, darin die christliche Wahrheit gewickelt liegt, da findet man den Glauben beschrieben. Denn das Alte Testament hat nichts anderes in sich, denn Christum, wie er vom Evangelio gepredigt ist. Darum sehen wir, wie die Apostel aus der Schrift Zeugniß führen, und bewähren damit alles, was von Christo zu predigen und zu glauben ist.
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WA 10/1 1, 80


Das ist die Ehre Gottes. Da soll man auch anheben, auf daß Gott in allen Dingen der Ruhm und die Ehre geben werd, weil er alle Dinge tut, gibt und hat, und niemand sich selber etwas zuschreibe oder anmaße. Denn die Ehre gebührt niemand als allein Gott, lässet sich nicht mit jemand teilen oder zum Gemeingut machen.
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WA 10/1 1, 88


Wo soll ich das lernen, daß man den Tod für einen süßen Schlaf halten kann, der sonst so schrecklich ist? Da war Gesetz, Sünd und Satan aus dem Herzen weg. Von diesen hat er nichts gewußt, drum auch nicht vom Tode. Wo Sünd und böses Gewissen ist, da ist der Tod bitter. Soll der Tod ein Schlaf sein, so muß. reine Gerechtigkeit da sein und also Moses mit seinem Gesetz ganz ferne sein.
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WA 10/1 1, 89


Darum heißt unser Herr Christus ein König des Friedens und ist bedeutet durch den König Salomo, welcher auf deutsch Friedrich heißt. Denn er gibt uns Frieden, inwendig gegen Gott in unserm Gewissen durch den Glauben, der auf ihn gebauet ist, und auswendig gegen die Menschen im irdischen Wandel durch die Liebe. So ist durch ihn allenthalben Fried auf Erden.
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WA 10/1 1, 90


Es ist ein kurze Regel: willst du niemand gefallen, so laß dir niemand gefallen; willst du jedermann gefallen, so laß dir jedermann gefallen, nur daß du Gottes Wort nicht drüber lässest. Denn da hört alles Gefallen und Mißfallen auf. Was aber, ohn Gottes Wort zu verlassen, nachgelassen werden kann, das laß, auf daß du jedermann gefällig seiest, und laß dich's gut dünken vor Gott. So hast du den guten Willen, von dem die Engel singen.
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WA 10/1 1, 92


Denn ein christlich Wesen besteht nicht in äußerlich ein Wandel. Er verwandelt auch den Menschen nicht nach seinem äußerlichen Stand, sondern nach dem innerlichen, d.h. es gibt ein andres Herz, einen andern Mut, Willen und Sinn, welche dann eben die gleichen Werk tun, die ein andrer ohn solchen Mut und Willen tut. Denn ein Christ weiß, daß es ganz am Glauben liegt.
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WA 10/1 1, 137 f.


Denn wir können Gott für seine Güte und Gnade kein Werk wiedergeben außer das Lob und den Dank. Das geht dann auch von Herzen und braucht nicht viel Orgeln, Glocken und Plärren.
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WA 10/1 1, 138


Nun laßt uns weiter fahren. Ist das Wort vor allen Creaturen gewesen, und alle Creaturen durch dasselbige worden und geschaffen: so muß es einander Wesen sein denn Creatur. Und ists nicht worden oder geschaffen als die Creatur: so muß es ewig sein und keinen Anfang haben. Denn da alle Dinge anfingen, da war es schon zuvor da, und läßt sich nicht in der Zeit noch Creatur begreifen, sondern schwebt über Zeit und Creatur; ja, Zeit undCreatur werden und fangen dadurch an. So ist das unwidersprechlich: Was nicht zeitlich ist, das muß ewig sein; und was keinen Anfang hat, muß nicht zeitlich sein; und was nicht Creatur ist, muß Gott sein; denn außer Gott und Creatur ist nichts oder kein Wesen. So haben wir aus diesem Text Mosis, daß das Wort Gottes, das im Anfang war, und dadurch die Creaturen worden und gesprochen sind, muß ein ewiger Gott und nicht eine Creatur sein.
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WA 10/1 1, 183


Ja, das natürliche Leben ist ein Stück vom ewigen Leben und ein Anfang, aber es nimmt durch den Tod sein Ende; darum daß es den nicht erkennt und ehrt, von dem es herkommt; dieselbe Sünde schneidet es ab, daß es muß sterben ewiglich. Wiederum, die da glauben und erkennen den, von dem sie leben, sterben nimmermehr; sondern das natürliche Leben wird gestreckt ins ewige Leben, daß es den Tod nimmermehr schmeckt, wie er sagt Joh 8, 52: »Wer mein Wort hält, der wird den Tod nimmer schmecken«, und Joh 11, 25: »Wer an mich glaubet, ob er schon stirbt, so wird er leben.« Dies und dergleichen wird wohl verstanden, so man Christum recht erkennt, wie er den Tod ertödtet und das Leben wiederbracht hat.
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WA 10/1 1, 200


Wenn nun das Gnadenlicht kommt, Christus, der lehrt auch, man soll fromm sein und Gott dienen, löscht dasselbige natürliche Licht nicht aus, sondern ficht wider diese Weise und Maß, die die Vernunft gelehrt hat, fromm zu werden und Gott zu dienen, und spricht: Fromm werden sei nicht die Werke thun, sondern in Gott zuvor ohne alle Werke glauben und alsdann Werke thun, und ohne Glauben sei kein Werk gut.
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WA 10/1 1, 205 (C/173)


Dermaßen ist auch Christus vor seiner Geburt von Anbeginn und bis ans Ende immer ein Leben und Licht gewesen, und Ieuchtet allezeit in allen Creaturen, in der heiligen Schriftt, durch seine heiligen Menschen, Propheten und Prediger mit Werken und Worten, hat noch nie aufgehört zu leuchten; aber es ist alles finster, da er hin leuchtet, und die Finsternisse begriffen ihn nicht.
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WA 10/1 1, 212 f.


Propheten sind, die aus bloßer Eingebung des Heiligen Geistes predigen, die es nicht aus der Schrift oder durch Menschen geschöpft haben, als Moses und Amos waren; und das sind die höchsten und besten, die sind weise, und können andere weise machen, Schrift setzen und auslegen. Der Art sind gewesen fast alle Väter vor und mit Mose, und nach ihm auch viele, sonderlich die Apostel, die da Laien und schlechte ungelehrte Leute, wie Lukas Apost. 4, 13. sagt, der Schrift unkundig waren.
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WA 10/1 1, 271 f.


Soll der Mensch geistlich werden und den Glauben überkammen, ist ihm noth, daß er zuvor unter dem Gesetz sei; darum daß ohne das Gesetz niemand sich selbst erkennt, was ihm gebricht; wer sich aber nicht kennt, der sucht nicht Gnade Wenn aber das Gesetz kommt, so fordert es so viel, daß der Mensch fühlt und bekennen muß, er vermöge sein nicht; da muß er denn an sich selbst verzweifeln und gedemüthigt nach Gottes Gnade seufzen. Siehe, darum gehen die sieben Jahr zuvor, das Gesetz vor der Gnade her, gleichwie Johannes der Vorläufer Christi.
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WA 10/1 1, 307


Darum siehe darauf, wie eine richtige Straße der Weg Gottes geht. Zum ersten, er mag nicht leiden Menschenlehre und Weg oder Gebot. Zum andern, er mag nicht leiden eigene ersuchte oder erlesene Werke. Zum dritten, er mag auch nicht leiden der Heiligen Exempel; sondern da ist er hin gerichtet, daß er wartet, wie ihn Gott führe, was der von ihm haben will; wie der Prophet Ps. 25, 8. 9. 12. sagt: »Gott lehret sie den Weg, den er erwählet hat«; item: »Er wird die Sanftmüthigen lehren seine Wege.«
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WA 10/1 1, 307 f.


Die Welt kann uns alle Dinge nehmen und zunichte machen, auch unsere guten Werke und gutes Leben; aber den Glauben muß sie im Herzen lassen bleiben und bleibt auch bis an den jüngsten Tag.
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WA 10/1 1, 323 f.


Wie nu zu Christus' Zeiten viele in Israel an ihm aufgestanden sind, also muß es auch bleiben bis ans Ende der Welt: durch kein Werk und keine Menschenlehre kann jemand aufstehen, sondern allein durch Christus, welchs durch Glauben geschieht ohn alle Werk und Verdienst, wie oft gesagt ist; die Werk müssen dem Aufstehen erst folgen. Da siehest du, wie die ganze Schrift nur zum Glauben treibt und die Werk verwirft als untüchtig, ja ärgerlich und hinderlich zur Rechtfertigung und solchem Aufstehen Denn Christus allein will zum Aufstehen gesetzt sein oder aber zum Fall geraten; er läßt nichts neben sich zum Aufstehen gesetzt sein.
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WA 10/1 1, 397


Darum siehst du, wie die ganze Schrift nur auf den Glauben treibt, und die Werke verwirft als untüchtig, ja, ärgerlich und hinderlich zur Rechtfertigung und solchem Aufstehen. Denn Christus will allein gesetzt sein zum Aufstehen, oder muß zum Fall gerathen. Er läßt nichts neben sich zum Aufstehen gesetzt werden.
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WA 10/1 1, 397


An Gottes Wort muß man sich stoßen, fallen, aufstehen und widersprechen, da wird nichts andres draus. Wer es anders haben will, der mag sich einen andern Christus suchen.
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WA 10/1 1, 402


Alle Welt mag mir meinen Glauben und Wort verdammen, als ketzerisch ausschreiben und aufs schmählichste entstellen und verkehren. Aber sie muß mir ihn bleiben lassen, kann ihn mir nicht nehmen, mit all ihrem Toben und Wüten bringt sie's nicht weiter, als daß sie mir widerspricht und ich ihr Mal und Ziel sein muß. Dennoch fällt sie, und ich stehe. Laß widersprechen, wieviel sie wollen. Gott widersteht und ficht mit seinen Werken wider ihre Wort, wollen sehen, wer hie obliegen werde.
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WA 10/1 1, 403


Darum setzt ihr Gott ein Zeichen, an dem sie sich stoßen und wobei jedermann lernen soll, daß ein christlich Leben viel höher ist als Natur und Vernunft: all ihre Tugenden sind Sünden, all ihr Licht ist Finsternis, all ihre Wege sind Irrtum. Es muß ein ander Herz, ein andre Haut und Natur her, dies Herz entdeckt sich nicht anders, als daß es Gott feind ist.
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WA 10/1 1, 409


Möchte jemand hier sagen: In dieser Hanna siehst du, daß die guten Werke gepreiset werden, als Fasten, und Beten und zur Kirche gehen, darum müssen sie je nicht also zu verwerfen sein? Antwort: Wer hat denn gute Werke je verworfen? Wir verwerfen nur die falschen scheinenden guten Werke. Fasten, Beten, zur Kirche gehen sind gute Werke, wenn sie recht geschehen; aber das ist das Gebrechen, daß die blinden Köpfe also in die Schrift fallen, mit Stiefeln und Sporen einhin plumpen, sehen nur auf die Werke und Exempel der lieben Heiligen, wollen sobald davon lernen und folgen.
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WA 10/1 1, 410 (C/256)


Ehelichen und Witwenstand vermengen, den eigenen Beruf lassen und fremden Werken anhangen, das hieße auf den Ohren gehen, die Füße beschleiern und den Kopf stiefeln und alle Dinge verkehren.
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WA 10/1 1, 413


Sieh deinen Stand an, so wirst du gute Werk genug zu tun finden, wenn du fromm sein willst. Es hat ein jeglicher Stand Werke genug, so daß er fremde nicht suchen braucht.
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WA 10/1 1, 414


Und das ist der rechte Gottesdienst in den Werken, daß solche Werke frei umsonst, Gott zu Ehren geschehen. Was bedarf er sonst deines Fastens, wenn du nicht damit die Sünde und das Fleisch dämpfest, die er will gedämpft haben? Als die thun die den Heiligen, und auf sonderliche Tage und Zeit fasten, unangesehen die Kasteiung des Leibes; denn sie machen nur ein unfruchtbar Werk daraus.
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WA 10/1 1, 434


Die hebräische Sprache braucht das Wort ›bekennen‹ in so weitem und breitem Sinn, daß wir's kaum mit drei Worten erlangen: beichten, bekennen und danken. Drum wenn die hebräische Sprache danksagen will, so spricht sie: bekennen. Ist auch nicht übel noch uneben geredet. Denn danksagen ist nichts andres als die empfangene Wohltat und des Wohltäters Güte und des Bedürftigen Unwürdigkeit bekennen; wer solches erkennet und bekennet, der dankt rechtschaffen.
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WA 10/1 1, 437 f.


Denn es ist Christus nicht darum zu tun, daß man seine Person und Namen viel ehret, wie alle seine Feinde tun, sondern seine Lehre will er geehrt haben. Da liegt die rechte Kunst, wie er sagt Lk. 6 (V46): was rufte ihr mir Herr, Herr und tut nicht, was ich sage?
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WA 10/1 1, 439


Er ist ein Mal des Widersprechens, da jetzt mehr sich an stoßen und fallen, denn noch je geschehen ist. Ein gemein Sprüchwort ists: Deo gratias (Gott sei Dank!), aber unter tausend ist kaum einer, der es mit Wahrheit sage.
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WA 10/1 1, 439


Nu kann der Glaube und die Erkenntnis Christi nicht schweigen. Der Glaube bricht heraus und saget von sich, was er weiß, damit er auch andern helfe und sein Licht mitteile, wie Ps. 115 (Ps. 11l6, 10) sagt: Ich hab geglaubt, drum rede ich auch.
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WA 10/1 1, 440


Denn Person und Natur sind dem Gesetz durch die Geburt schon zuvorgekommen; eh das Gesetz ihr verboten hat, ist die Natur schon zur Sünd worden. So wenig es in eines Menschen Macht liegt, ob er geboren wird und sein natürlich Wesen empfangt, so wenig liegt es in seinem Vermögen, ohn diese Sünde zu sein oder sie loszuwerden. Der uns schafft, der allein muß sie auch abtun. Darum gibt er zuerst das Gesetz, durch das der Mensch solche seine Sünd erkenne und gnaddurstig werde, darnach gibt er dann das Evangelium und hilft ihm.
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WA 10/1 1, 509


Gott hat auch den Brauch nie gehabt, daß er ein Zeichen, wenn es an sein End kommen ist, wiederum aufrichtete, sondern hat allzeit neue und andere Zeichen eingesetzt. So hat er auch nach der Erfüllung seiner Versprechung an Abraham, nach Christi Ankunft, dem Samen Abrahams ein andres neues Zeichen aufgerichtet, nämlich die Taufe. Das ist gewiß das letzte Zeichen vor dem jüngsten Tag, weil's Christus selbst eingesetzt hat. Dennoch bleibt der Glaube an Christus immer derselbe, wie er auch in Abraham war, denn der Glaube weiß weder von Tag noch Nacht noch irgendeiner äußeren Wandlung zu sagen. Die Taufe bedeutet nu (heut) dasselbe, was die Beschneidung (bedeutet hat), wovon zu seiner Zeit zu reden ist.
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WA 10/1 1, 509


Denn Heiland heißen wir auf deutsch den, der da hilft, erlöset, selig macht und jedermann ganz heilsam ist. Denselben nennet die hebräische Sprach Jesu. Also sprach der Engel Gabriel zu Joseph im Schlaf (Matth. 1 (V. 21): »Sie wird einen Sohn gebären, den sollst du Jesus heißen, denn er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden.«
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WA 10/1 1, 518


Billig ist sein Name heute genannt Jesus, das ist auf Deutsch, Heiland; denn Heiland heißen wir auf Deutsch, der da hilft, erlöset, selig macht und ganz heilbar jedermann ist; denselben nennt die hebräische Sprache, Jesus. Also sprach der Engel Gabriel zu Joseph im Schlaf Matth. 1, 21: »Sie wird einen Sohn gebären, den sollst du Jesus heißen; denn er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden.« Da legt der Engel selbst aus, warum er Heiland, Jesus heiße, nämlich, daß er seinem ein Heil und Seligkeit ist. Das haben wir jetzt gehört, wie das zugehe durch den Glauben, welchem er gibt alle sein Recht und Gut, das er hat über Sünde, Tod und Gesetz, macht ihn gerecht, frei und selig.
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WA 10/1 1, 518


Wo ist Christus? Und lassen uns nicht begnügen, sind auch nicht zufrieden, wir hören denn die Schrift, die von ihm sage; lassen uns nichts anfechten, wie groß und heilig Jerusalem sei, wie hoch und mächtig Rom sei. Wir suchen weder Jerusalem noch Rom, sondern den König Christum in seiner Schrift. Wenn wir die haben, so lassen wir Herodes, Priester und Schreiber mit Jerusalem und Rom hinter uns, und folgen ihr, bis wir ihn finden.
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WA 10/1 1, 529 f.


Die Weisen nennt man gemeiniglich die drei Könige, vielleicht nach der Zahl der drei Opfer. Das lassen wir also bleiben bei den Einfältigen; denn nicht große Macht daran gelegen ist. Aber es ist nicht kund, ob ihrer zween, drei, oder wie viele ihrer gewesen sind; doch aus dem reichen Arabia oder Seba sind sie freilich gewesen; das zeigen die Opfer: Gold, Weihrauch und Myrrhen, welche alle drei in demselbigen Lande köstlich sind; und ist nicht zu denken, daß sie es anderswo gekauft haben. Denn es ist der Gebrauch in denselbigen Morgenländern, Geschenke und Verehrung zu thun von des Landes besten Früchten und eigenen Gütern, gleichwie auch Jakob 1 Mos. 43, 11.
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WA 10/1 1, 558


Darum, denn Gott will nicht haben, daß du von den Todten lernen und Wahrheit erforschen sollst: er will selbst dein lebendiger, überflüssiger, genugsamer Lehrer sein.
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WA 10/1 1, 586


Die anderen Jünger sind Herodes und sein Volk; denn Herodes forscht nach der Schrift, und glaubt ihr auch und hält sie für die Wahrheit; glaubt auch, daß Christus darin verkündigt und jetzt geboren sei; sonst hätte er dies alles verachtet und nicht solchen Ernst dazu gethan.
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WA 10/1 1, 594


Gnade tritt heraus fröhlich in die Finsterniß, folgt dem bloßen Wort und Schrift, es scheine sonst oder so; es dünke die Natur wahr oder falsch, so hält sie am Wort fest.
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WA 10/1 1, 611


Also geht es allezeit in dein christlichen Menschen, daß ihm Gott nach der Anfechtung, so er besteht, so herzlich süß wird und so nahe und klärlich erkannt wird, daß der Mensch nicht allein vergißt der Angst und Anfechtung, sondern auch Lust und Liebe gewinnt zu mehr Anfechtung, und hinfürder stark wird, daß er sich nicht mehr so leicht ärgert an dem ungestalten, unansehnlichen Leben und Wesen Christi. Denn er hat nun geschmeckt und empfunden, daß also müsse zugehen: wer Christum finden will, daß sichs anlasse, als solle er nichts finden denn nur Schande.
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WA 10/1 1, 612


Zum Glauben gehört vor allen Dingen Gottes Wort, als der Grund und Fels des Glaubens. Darum muß Gottes Versuchen nichts anderes sein, denn mit Gott handeln ohne sein Wort, das ist: so man glaubt, darin er nicht geboten hat zu glauben und kein Wort gesetzt; oder so man nicht glaubt, darin er geboten hat zu glauben und sein Wort gesetzt hat.
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WA 10/1 1, 618 f.


Wenn aber die Stunde und Stätte kommt, daß Creatur nicht weiter vermögen zu helfen und alle dein Vermögen zu kurz wird: siehe, da geht alsbald Gottes Wort an.
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WA 10/1 1, 618 f.


Nun, was ist der Stern? Der ist nichts anderes, denn das neue Licht, die Predigt und Evangelium, mündlich und öffentlich gepredigt. Christus hat zwei Zeugnisse seiner Geburt und seines Regiments: eins ist die Schrift oder Wort, in die Buchstaben verfaßt; das andere ist die Stimme oder die Worte durch den Mund ausgerufen. Dasselbe Wort nennt auch St. Paulus 2 Cor. 4, 6 und St. Petrus 2. Ep. 1, 19 ein Licht und Lucern.
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WA 10/1 1, 625


Christus war auch geistlich der Oberste auf Erden, denn er lehrt jedermann, als ein Lehrer und Meister; aber damit setzte er dennoch seine Person über keinen Menschen, ja, diente ihnen mit allem, das er hatte und vermochte.
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WA 10/1 1, 638


Ebenso auch, wenn man Gott mit viel Worten, Geschrei und Klang vermeint zu loben, tut man, als wär er taub und wüßte nichts und als wollten wir ihn aufwecken und unterweisen. Ein solcher Wahn von Gott ist mehr zu seiner Schmach und Unehre als zu seinem Lobe.
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WA 10/1 1, 638


So steht nun Gottes Dienst darin, daß du Gott erkennest, ehrest, liebest aus ganzem Herzen, alle deine Treu und Zuversicht auf ihn setzest, an seiner Güte nimmer zweifelst, weder im Leben noch Sterben, weder in Sünden noch Wohlthun, wie das erste Gebot lehrt; zu welchem allein durch Christi Verdienst und Blut wir gelangen mögen, der uns solches Herz erworben hat und gibt, wenn wir sein Wort hören und glauben; und die Natur mag ein solch Herz nicht haben von sich selbst.
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WA 10/1 1, 675


Wie hätte Gott seine Güte größer mögen erzeigen, denn daß er sich so tief in Fleisch und Blut senkt, daß er auch die natürliche Heimlichkeit nicht verachtet, und die Natur an dem Ort aufs allerhöchste ehret, da sie in Adam und Eva ist am allerhöchsten zu Schanden worden, daß hinfort auch das nun göttlich, ehrlich und rein ist, das in allen Menschen das ungöttlichste, schamlichste und unreinste ist. Das. sind rechte Gottes Wunderwerke. Wie hätte er auch stärker, kräftiger und reiner Bild der Keuschheit mögen uns vorlegen denn diese Geburt? Wie gar fällt dahin alle böse Lust, alle bösen Gedanken, wie stark sie immer sind, wenn wir nicht mehr thun, denn zusehen dieser Geburt, und bedenken, wie die hohe Majestät so mit ganzem Ernst, so mit überschwänglicher Liebe und Güte wirkt und zu schaffen hat in dem weiblichen Fleisch und Blut dieser Jungfrau.
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WA 10/1 1, 68