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Luther - zum Nachdenken

Einer muß dem andern um Friedenswillen weichen. Doct. Mart. Luther sagte: »Wenn sichs begibt, daß zwo Ziegen einander begegnen auf einem schmalen Stege ...

WA TR 6, 297 Nr. 6963

Publikationen

Luther - zum Mitreden und Nachdenken (WA 1)


So kann man viele sehen, die mit schön geschmückten Worten sagen: Herr Jesus, du sollst mein König sein, ich überlaß dir alles, dein Wille und Rat geschehe! Aber laß Weib oder Kind sterben oder Hab und Gut verderben, gleich hört der Glaube an Christus den König auf. Ist's nicht offenbar, daß du ihn nur mit dem Munde als König bekannt hast und nicht mit Herz und Leben?
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WA 1, 124


Selig darum, wer hier in diesem Leben in diesen Dingen sich geübt hat, so daß er, wenn die Todesstunde kommt, gern sterben, den toten Christus in sich bilden und sich ihm gleichmachen kann! Aber auch da gibt's etliche Flaschmutigen, die wohl sagen: ich will gern sterben, wenn's der Herr will, und denken nicht daran, ob sie die rechte Demut gegen Christus als Gott, die rechte Ergebung und Geduld gegen ihn als König haben. Drum wird es ihnen gehn nach der Fabel Äsops von dem durchs Alter und von der Arbeit müden Greis: als ihm eine Holzlast gar zu schwer war, rief er den Tod an; aber als er kam und ihn fragte, wozu er ihn gerufen habe, antwortete er: daß du mir die Last aufhebst und mir auf die Schultern legst. Er wollte nämlich nicht sterben, sondern lieber weiter arbeiten.
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WA 1, 125


Lerne aus der Passion Christi, was die Welt sei. Denn wie sie mit Christus umging, so geht sie mit der Tugend und mit der Gerechtigkeit Gottes um. Darum sagt Christus vor Pilatus recht, daß sein Reich nicht von dieser Welt sei. Denn die Welt ist das Land seiner Feinde, wie seine Passion anzeigt.
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WA 1, 334


Denn wenn Christus in einem Menschen wohnt, wie sollte der nicht mitweinen, wenn Christus weint, nicht mit Leid tragen, wenn Christus Leid trägt, nicht mitzittern, wenn Christus zittert, nicht mit leiden, wenn Christus leidet? Ein geistlicher Mensch soll sich doch freuen mit den fröhlichen und weinen mit den Weinenden, gefangen sein mit den Gefangenen, verwundet mit den Verwundeten, leiden mit den Leidenden, ja aller Menschen Fühlen und Fallen soll er zum eigenen machen und fühlen und leiden wie sie.
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WA 1, 336


Wer nicht sich selber in Christi Leiden abgemalt sieht, der hat es noch nicht verstanden. Und wer nicht mit sich selber Mitleid bekommt durch das Leiden Christi, der hat vergeblich Mitleid mit Christus. Denn wenn Christus Leid trägt und leidet um dich und du gehst deswegen selbstsicher dahin, als müßtest du nicht auch Mitleid mit dir selber haben, dann bist du ein Narr. Das Mitleid mit Christus mußt du persönlich nehmen: er leidet um deinetwillen, und du solltest nur um seinetwillen und nicht auch um deiner selbst willen leiden?
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WA 1, 338