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11. bis 15. März 2007

Frühjahrstagung der Luther-Akademie
in Ratzeburg


SEIN oder nicht SEIN. - Wessen Wille geschehe?
Martin Luthers Schrift De servo arbitrio von 1525

Bericht von Dr. theol. h. c. Friedrich-Otto Scharbau

Vom 11.-15. März 2007 fand in Ratzeburg die Frühjahrstagung der Luther-Akademie für Studierende der Theologie statt. Sie war dem Studium einer der Hauptschriften Martin Luthers, nämlich seiner Streitschrift gegen den Humanisten Erasmus von Rotterdam, De servo arbitrio (Vom unfreien Willensvermögen) von 1525, gewidmet. Unter der Leitung von Prof. Dr. Oswald Bayer, Tübingen, Prof. Dr. Athina Lexutt, Gießen, Prof. Dr. Johannes von Lüpke, Wuppertal, sowie weiterer Mitarbeitender haben sich 65 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von mehreren deutschen Universitäten, aber auch aus Korea, den Niederlanden, Norwegen, der Slowakei, Ungarn und den USA intensiv mit dem theologie- und philosophiegeschichtlichen Umfeld, der Entstehung und der Interpretation dieses anspruchsvollen Textes des Reformators beschäftigt. Dafür konnten sie auf den im vorigen Jahr erschienenen ersten Band einer lateinisch-deutschen Studienausgabe ausgewählter Lutherschriften zurückgreifen, der vor allem Schriften zu Luthers Anthropologie enthält und es erlaubt, auch bei geringeren Sprachkenntnissen an wichtigen Stellen Inhalte selbständig zu erfassen und das Verständnis am lateinischen Text zu über- prüfen. Luther bezog sich in seiner Schrift hinsichtlich seines Menschenverständnisses genauso wie vor ihm Erasmus auf die Heilige Schrift. Beide kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Darum war es wichtig, zunächst dem zugrundeliegenden Schriftverständnis Martin Luthers nachzugehen und dieses am Text kritisch nachzuvollziehen. Zentrales Thema war natürlich die Frage danach, wie frei der Mensch hinsichtlich seiner Willensbildung und seiner Entscheidungsfähigkeit tatsächlich ist. Daraus ergeben sich dann Konsequenzen für die Ethik und für die Frage menschlicher Verantwortung. Ein eigener Schwerpunkt wurde durch Überlegungen zur Freiheitsfrage im Kontext von Biologie und Biotechnik unter Einbeziehung von Ergebnissen der Hirnforschung gesetzt.

Eine Exkursion führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die mecklenburgische Landeskirche.

Das große Interesse, das die diesjährige  Frühjahrstagung fand, stellte die Luther-Akademie vor besondere finanzielle Herausforderungen. Private und institutionelle Sponsoren, unter denen besonders die Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung in Köln zu nennen ist, haben die Durchführung der Tagung ermöglicht.

 

 

Diesen Bericht finden Sie auch als PDF-Dokument in unserem Downloadbereich

 

 

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