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Herbsttagung der
Luther-Akademie
05.10 - 09.10.2010

 
Frühjahrstagung der
Luther-Akademie
27.02-3.03.2011

Tagung der Luther-Akademie Sondershausen-Ratzeburg
5. Oktober bis 9. Oktober 2010 in Ratzeburg

Gnade - sonst nichts?
Die Bedeutung der gratia Christi für das Sein
des neuen Menschen in der Theologie Luthers

Liegt wirklich alles allein an Gottes Gnade, wenn es um die Existenz des Menschen vor Gott geht oder wenn einer, um es umgangssprachlich zu sagen, mit Gott im Reinen sein will? Kann, ja, muss er selbst nicht auch etwas dazu beitragen, womit er sich vor Gott „sehen lassen“ kann? Anders gefragt: Ist es mit einem gesunden Selbstwertgefühl des Menschen vereinbar, dass es ihm verwehrt sein soll, vor Gott auf sich zu verweisen und stattdessen dem »hochheiligen Evangelium von der Herrlichkeit und Gnade Gottes« zu vertrauen, wie Martin Luther es 1517 in den 95 Thesen formuliert hat? Damals ging es um die Ablasspraxis der Kirche. Diese ist für evangelische Christen heute kein Thema mehr. Aber dass an der Gnade Gottes alles liegen soll und gar nichts an uns selbst – diese Frage ist geblieben und findet vielfältige Antwort. Das macht die Aktualität von Luthers Thesen aus. Markieren die Thesen den Anfang der Reformation? Bedeuten sie schon deren Durchbruch? Oder liegen sie theologiegeschichtlich noch vor ihr? Sie haben die Kirche und ihre Lehre verändert – haben sie auch den Glauben verändert? Im Ablassstreit, wie er sich insbesondere in Luthers Auseinandersetzung mit dem römisch-katholischen Theologen Jacobus Latomus niedergeschlagen hat, gewinnt die Unterscheidung und Zuordnung der Begriffe „favor Dei“, „gratia Christi“ und „fides Christi“ entscheidende Bedeutung. Daraus ergeben sich Konsequenzen für ein neues Selbstverständnis des Menschen. Auf dem Weg zum Reformationsjubiläum 2017, das bewusst an die Veröffentlichung der 95 Thesen Martin Luthers 500 Jahre zuvor anknüpft, will die Luther-Akademie Sondershausen-Ratzeburg anlässlich ihrer Herbsttagung verdeutlichen, was in der Auseinandersetzung über den Ablass zentral zur Disposition stand, und dabei sowohl die historischen Fragen wie auch die theologischen und schließlich die existentiellen Fragen aufnehmen, die sich an Luthers Ansatz festmachen: Ist die Gnade schon alles – oder gleicht sie am Ende nur aus, was ich selbst nicht schaffe?  

Mittwoch, den 6. Oktober 2010
19.45 Uhr Mitgliederversammlung
anschl. Complet im Dom


Donnerstag, den 7. Oktober 2010
08.15 Uhr Morgenandacht im Dom
Präsident i. R. Dr. theol. h.c.
Friedrich-Otto Scharbau
09.00 Uhr „Gnade: Zorn und Güte“
Prof. Dr. Jörg Jeremias,München
anschl. Aussprache
15.00 Uhr „Luthers 95 Thesen in ihrem
historischen Zusammenhang“
Prof. Dr. Thomas Kaufmann,
Göttingen
16.15 Uhr „Gratia Christi - Die theologische
Grundlage von Luthers Kritik am Ablass“
Dr. Hannegreth Grundmann,
Holtland
anschl. Aussprache über beide Vorträge
20.00 Uhr „Der neue Mensch als Christus-
mensch bei Luther und Grundtvig
- ein Vergleich“
Prof. Dr. Theodor Jörgensen,
Kopenhagen
anschl. Complet im Dom

Freitag, den 8. Oktober 2010
08.15 Uhr Gottesdienst mit Heiligem
Abendmahl im Dom
Liturg: Pastor Alfred Bruhn
Predigt: Prof. Dr. Oswald Bayer
10.00 Uhr „Gnade - kontroverstheologisch und ökumenisch“
Prof. Dr. Otto Hermann Pesch, München
anschl. Aussprache
15.00 Uhr „Gnade als Lebenswirklichkeit - Überlegungen zur Übersetzung
des sola gratia in eine säkulare Welt“
Prof. Dr. Gunda Schneider-Flume, Leipzig
anschl. Aussprache
20.00 Uhr Amicables Beisammensein
22.00 Uhr Complet im Dom


Samstag, den 9. Oktober 2010
08.15 Uhr Morgenandacht im Dom
Prof. Dr. Karin Bornkamm
09.00 Uhr „Gott schenkt Gnade - auch mir?
Vom Zuspruch der Gnade in der
Seelsorge und von der
Schwierigkeit, sie anzunehmen“
Prof. Dr. Corinna Dahlgrün, Jena
anschl. Aussprache


Anmeldung zur Herbsttagung 2010