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Tagung der Luther-Akademie
Sondershausen-Ratzeburg
Zur Freiheit
berufen Bekanntlich hat Luther – abgesehen von den Katechismen – keine Gesamtdarstellung christlicher Lehre geschrieben. Das klassische – von Luther hochgeschätzte – Lehrbuch der Wittenberger Reformation verdanken wir Philipp Melanchthon, der 1521 Hauptbegriffe der Theologie („Loci communes“) zusammengestellt und ausgelegt hat (Freier Wille, Sünde, Gesetz, Evangelium, Gnade, Rechtfertigung …). Er liefert damit so etwas wie ein Wörterbuch zur Heiligen Schrift und zugleich Gesichtspunkte, um die menschliche Lebenswirklichkeit wahrzunehmen und zu verändern. Theologie, so wie man sie hier lernen kann, ist ebenso biblisch wie auch erfahrungsbezogen. Sie ist begrifflich klar und kann in überzeugender Weise verdeutlichen, dass der Glaube Herzenssache ist. Im Herzen erfährt der Mensch sich als unfrei; im Herzen setzt aber auch die Befreiung an, die der Heilige Geist wirkt. Welche Freiheit ist hier gemeint? Und wie kann die christliche Lehre insgesamt der Freiheit zugute kommen? Diese Fragen sind heute nicht weniger als vor 490 Jahren aktuell. Sie gründlich anhand der Texte Melanchthons (gut zugänglich in der zweisprachigen Studienausgabe der Loci communes, hg. v. Horst Georg Pöhlmann) zu durchdenken und für heute Antworten zu suchen, ist das Anliegen dieser Tagung. Mit ihrem Thema wird die Brücke geschlagen zwischen dem thematischen Schwerpunkt der Lutherdekade 2010 „Religion und Bildung“ und 2011 „Reformation und Freiheit“.
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